„Mein erstes Retreat“ (City-Retreat mit Stephan Pende Wormland, November 2025)

Mein erstes Retreat – ein Ort zum Wohlfühlen, begleitet von Menschen, zu denen man immer wieder zurückkehren möchte.

Ich bin zutiefst dankbar, meinem Herzen gefolgt zu sein und von Stephan und der Sangha durch drei Tage voller toller Erkenntnisse getragen worden zu sein.

Wenn man wirklich in die Praxis kommen möchte, ist dieses Retreat ein wunderbares Geschenk.
Zumindest für mich war es so – endlich kann ich die Stille und meine Meditationspraxis wirklich genießen.

„In der Stille beginnt das Wahre in uns zu sprechen.“ – Unbekannt

Daniela H.

„Erfüllt“ (Schöckelblick Retreat August 2025)

Sehr erfüllt auf allen Ebenen blicke ich mit einem warmen Gefühl und offenen Herzen auf die Woche in Semriach.
Der Ort ist traumhaft schön, sehr geräumig, ein wunderschöner Garten, gutes Essen, ein herrlich weiter Blick und vor allem viel Ruhe!
Die Organisation ist großartig, danke!

Stephan führte uns mit seinem tiefen, integralen und undogmatischen Ansatz und seiner humorvollen und liebevollen Art durch unterschiedliche buddhistische Praktiken.
Die stillen, oder leicht angeleitete Mediationen, die mich mit vielschichtigen Einsichten bekannt machte.

Ich durfte erfahren, wohin mein Geist huscht. Dass körperliche Schmerzen, oder in meinem Fall oft ein Jucken dort oder da, kommen und gehen, dass auch intensive Gefühle einfach Gefühle sind, ohne Geschichten daran knüpfen zu müssen. Und dass es manchmal Momente über den eigenen Körper hinaus gibt, der eine wunderschöne Verbundenheit hinterlässt.

Auch Stephans Sätze und sein integrales Wissen wirken weiter wie eine Begleitung durch das herausfordernde Leben und machen Hoffnung.
Er und seine liebe, lebendige Frau Kristina „näherten“ uns mit einer umfassenden TARA Praxis, die mich mit meinen Schattenseiten, aber vor allem mit meinen Stärken bekannt machte.

Das Dämonenfüttern half mir über schwierige oder „klebrige“ Momente in der Meditation in meine Ressourcen und wieder in die Stille zu kommen.

Die wunderbare Sangha war sehr fein und achtsam und machte Stille und Gehaltensein möglich.
Ich bin voll Freude und Dankbarkeit, Teil dieser Sangha zu sein!

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu
(Mögen alle Wesen glücklich und frei sein)

Ines G.

Reisen nach innen: Eine Woche im Schweigen, ohne Handy (Schöcklblick-Retreat August 2025)

Foto aus dem Meditationsraum im Schöcklblick. Stephan ist von vorne zu sehen, die Teilnehmer von hinten.

„Da gibt es nichts Festes da draußen. Alles nur Erscheinungen in deinem Bewusstsein. Aus demselben Stoff gemacht wie deine Träume.“ – Stephan Pende Wormland

Als Chef von Weltweitwandern bin ich viel in der äußeren Welt unterwegs – von Nepal bis Marokko. Doch genauso wichtig sind für mich meine „Reisen nach innen“. Seit über 15 Jahren gönne ich mir regelmäßig buddhistische Retreats: eine Woche Schweigen, Handy abgeben, Ablenkungs-Detox pur.

Freunde fragen mich oft: „Wie hältst du das aus?“ – Und jedes Mal sage ich: Es ist eine der wohltuendsten Erfahrungen überhaupt. Nach einer Woche im Schweigen fühlt man sich geistig frisch, klar und gestärkt.

Vom 24. bis 31. August 2025 fand unser intensives achttägiges Retreat mit Stephan Pende Wormland im bewährten Seminarhotel Schöckelblick in der Steiermark statt.

Im Mittelpunkt stand diesmal die Praxis rund um die fünf Taras – weibliche Buddha-Aspekte, die verschiedene Qualitäten unseres Bewusstseins verkörpern. Schon der Start machte deutlich, dass uns eine tiefgehende und transformierende Erfahrung bevorstand.

Das Seminarhotel Schöckelblick – längst zur „zweiten Heimat“ unserer offenen Meditationsgruppe Buddhismus im Alltag geworden – bot den idealen Rahmen für diese innere Arbeit: ein herrlicher Spätsommer mit klaren, warmen Tagen und kühlen Nächten, gutes vegetarisches Essen, viel Stille, die frische Bergluft und der weite Blick ins Grüne des Hochtals hinter dem Schöckl bei Graz.

… (weiterlesen im Blog von Christian Hlade)

Eine Reise, bei der man nur sitzt (City-Retreat mit Stephan Pende Wormland, Mai 2025)

Nachhaltigkeit ist ein beliebtes Wort in unserer Zeit. Was bedeutet das Wort für eine Erfahrung in Geistestraining, im Versuch einer Meditation?

Beim City Retreat mit Stephan Pende im Gebäude von Weltweitwandern gab es im Mai einen Ort, der sich öffnete (dank viel Engagement von vielen lieben Menschen), um eine „nachhaltige Erfahrung“ darin zu machen.

Unspektakulär, auf Yogamatten und Sitzkissen, führt uns der Lehrer mit seinen Anleitungen, die ja eigentlich immer nur offene Einladungen sind, nirgends anders hin als genau in den jetzigen Moment.

Stille.

Erfahrung.

Gedanken kommen mir, bekannte persönliche Erzählungen über Dinge in der Vergangenheit und Zukunft.

Dann wieder die Stimme des Lehrers, mit der Erinnerung, dass das Leben nur in diesem Moment passiert.

Stille.

Erfahrung.

Paradox – im Raum von dem aus täglich Weltreisen geplant werden, diesmal eine Reise anzutreten, bei der man nur sitzt und die Aufmerksamkeit auf den Atem, den Körper, die Stille und das „Etwas“ hinter den gewohnten Konzepten lenkt.
Fotos hab ich keine von dieser Reise, und erzählen werd ich den Leuten auch nicht wirklich was können, aber ich hoffe, dass meine Umwelt eine Zeit lang die nachhaltige Änderung meiner Sicht auf „mich“ und die Welt, auf die eine oder andere Art, wahrnehmen wird.

Auf die furchtlose, abenteuerliche Reise ins Jetzt. Immer wieder.

Kerstin P.

Rückblick: Unser City-Retreat mit Stephan Pende Wormland (Mai 2025)

Eine Zusammenfassung von Christian H.

Unser City-Retreat von 9.-11. Mai 2025 war mit über 60 Teilnehmenden kurz vor dem Termin dann restlos ausgebucht. Alle Gäste hatten gut Platz, aber mehr hätten dann nicht mehr reingepasst. Große Dankbarkeit für diesen gewaltigen Zuspruch! 

Es hat uns besonders gefreut, dass auch viele neue und auch viele jüngere Menschen dabei waren.

Hauptthema bei diesem Retreat waren die drei Kayas, Karma und die sieben Chakren des tibetischen Buddhismus.

Unser Lehrer Stephan Pende Wormland, ehemaliger buddhistischer Mönch und ausgebildeter Psychotherapeut aus Deutschland und Dänemark, begleitet unsere Meditationsgruppe „Buddhismus im Alltag“ nun schon seit vielen Jahren.

Stephan erläuterte den subtilen Energiekörper und wie darin unsere Vergangenheit gespeichert ist.

„The (subtle) body keeps the score“
– der subtile Energiekörper bewahrt alle Eindrücke und Traumas auf.

Ein zentraler Gedanke war: 

„Deine äußere Wirklichkeit ist immer eine Projektion deiner inneren Wirklichkeit.“

Wir arbeiteten mit den Chakren des tibetischen Buddhismus, die als Energiezentren im Körper verstanden werden. 

Stephan betonte, dass alle Chakren gleich wichtig sind und als Landkarte dienen, die uns helfen, innere Energien zu verstehen und zu transformieren.

In einer besonderen Meditation arbeiteten wir mit Wut, wobei Stephan erklärte, dass Wut immer auch einen Weisheitsaspekt hat: die Klarheit, aus der Kraft und Lösungen hervorgehen können.

Praktische Tipps für den Alltag

  • Kakao wirkt direkt auf das Herzchakra
  • Spielende Kinder oder Katzen beobachten öffnet das Herzchakra
  • Ein „Tzeva-Detektiv“ werden = liebevolle Güte in anderen aufspüren – auf das Strahlen in Menschen achten
  • Vergebung praktizieren, vor allem auch sich selbst gegenüber
  • Eine regelmäßige tägliche Meditationspraxis ist sehr wichtig
  • Rituale als Schutzräume pflegen (auch ganz kleine Dinge wie drei Verbeugungen am Morgen, Kerze anzünden)
  • Verbindung mit etwas Göttlichem, etwas „Größerem“ kultivieren (z.B. weiße Tara, Schutzengel)
  • Beziehungen zu unterstützenden Menschen pflegen

Wichtige Botschaften für mich waren: 

„Du als kleines Ich kannst nicht den Weg der Einheit finden, aber das große Ich kennt den Weg zu dir.“ 

„Du kennst nicht den Weg zu Gott, aber Gott kennt den Weg zu dir.“ 

„Auch wenn du nicht weißt, wo du im Wald bist – der Wald weiß immer, wo du bist. Denn du bist auch der Wald.“ 

„Das Beste, was das kleine Ich tun kann, ist, sich völlig zu entspannen und die Identifikation mit der „verkrusteten Ego-Struktur“ etwas zu lösen.“

Stephan betonte:

Jede Praxis, die verurteilt oder Trennung schafft, ist keine wahre Praxis.
Man ist auf dem falschen Weg bei einer Tradition, die trennt oder verurteilt. Der spirituelle Weg sollte sanft und entspannt erfolgen, aber nicht mit Gleichgültigkeit. Ziel ist mehr Gelassenheit, weniger zwanghafte Gedanken und weniger Angst vor der Zukunft.“

Atmosphäre und Organisation

Das Retreat bot wieder eine superangenehme Atmosphäre. Am Samstag schien die Sonne in die Halle herein, im Garten sangen alle drei Tage die Amseln. 

In den Pausen gab es reichlich Tee und Knabbergebäck, zum Mittagessen am Samstag und Sonntag Suppe für alle Teilnehmenden. 

Franz und Kerstin organisierten das Retreat, Christine kümmerte sich um die Anmeldungen. Viele brachten Kuchen und Gebäck mit oder beteiligten sich bei Küchenarbeiten.

Ein riesengroßes Dankeschön an alle die sich da so tatkräftig beteiligen!

Die Aufrichtigkeit aller Teilnehmenden schuf ein kraftvolles Feld. Was wir berührt haben, möge weiterhin den Weg aller nähren – im Körper, im Atem, in der Stille – und möge es nach außen wirken, leise, natürlich und unverkennbar, zum Wohle aller Wesen.

Herzlich willkommen!

Christian H.

Rückblick: Unser Winter-Retreat mit Stephan Pende Wormland (März 2025)

Ein persönlicher Retreat-Rückblick von Christian H.

„Was hält mich davon ab, diesem Moment vollkommen zuzustimmen?“

„Jeder Moment ist eine Gelegenheit zu üben, loszulassen. Denn am Ende müssen wir sowieso alles loslassen.“

Vom 5. bis 9. März 2025 fand unser jährliches buddhistisches Winter-Retreat mit Stephan Pende Wormland in der Pension Schöcklblick bei der Familie Trattner statt. Dieser wunderschöne Ort ist für viele von uns über die Jahre wie eine zweite Heimat für unsere Praxis geworden.

Dieses Retreat war mit 30 Teilnehmenden bereits seit Oktober 2024 ausgebucht – ein schönes Zeichen für das wachsende Interesse und die Stabilität unserer Gruppe. Große Freude und Dankbarkeit darüber!

Besonders war in diesem Jahr, dass Stephan von seiner “frisch gebackenen” Ehefrau Kristina begleitet wurde. Die beiden reisten bereits einige Tage früher an, ihr Aufenthalt war dann auch das Hochzeitsgeschenk von unserer Gruppe… Die Begeisterung der beiden über unser Geschenk war spürbar und berührend… wir hatten damit das Gefühl, die Verbindung zu unserem Hauptlehrer zu vertiefen. (Am Retreat selbst hat Kristina dann aber nicht teilgenommen, weil sie kein Deutsch spricht)

Ein Retreat mit Fokus auf Stille und intensive Praxis

Im Vergleich zu früheren Jahren war dieses Retreat strukturell klarer, aber auch fordernder. Stephans Lehrpraxis ist sichtlich derzeit im Wandel… das macht es auch für uns spannend und frisch!

Die Meditationseinheiten waren länger, oft bis zu einer Stunde, während die Teachings von Stephan kürzer, aber gezielter waren. Der Morgen begann sehr früh um 6:30 Uhr mit einer halbstündigen Körper-Übungseinheit von Patrick, bevor wir uns in die Meditation begaben. Insgesamt stand weniger Input und mehr Praxis im Mittelpunkt.

Die ersten zwei Tage widmeten wir uns Shamatha-Meditation, einer konzentrativen Praxis, die den Geist stabilisiert. Die Aufmerksamkeit lag auf dem Atem – insbesondere auf der feinen Bewegung der Luft an den Nasenlöchern und der Oberlippe. Diese Methode, auch Ānāpāna genannt (sie geht zurück auf eine der frühesten Sutras/Teachings von Buddha), hilft, den Geist zu sammeln und zur Ruhe zu bringen.

An den letzten beiden Tagen wechselten wir zu Vipassana – der Einsichtsmeditation. Dabei geht es nicht einfach nur darum, Körperempfindungen zu registrieren, sondern sie direkt und unvermittelt zu erforschen. Die Praxis führt tief in die Wahrnehmung der Vergänglichkeit/Unbeständigkeit (Anicca), und der Nicht-Identität: keine Existenz hat ein festes, unveränderliches und unabhängiges Selbst (Anatta). Jede Empfindung ändert sich ständig und löst sich auf auf, wenn wir ihr mit Offenheit begegnen. 

Es ist kein oberflächliches Scannen des Körpers, wie zum Beispiel beim Body-Scan, sondern eine Schulung der Wahrnehmung, die zu einem anderen Verständnis der eigenen Existenz führen kann.

Die Praxis des Annehmens – Ohne Widerstand im Moment sein.

Stefan ermutigte uns bei allen Gefühlen, Stimmungen und Aufregungen auf die Reaktionen im Körper zu achten. Wie fühlt sich das im Körper an? Was passiert in meinem Körper?

Eine zentrale Frage, die Stephan immer wieder stellte, lautete:

“Was hält mich davon ab, diesem Moment vollkommen zuzustimmen?”

Gerade in der Vipassana-Praxis zeigt sich oft ein Widerstand – gegen Unruhe, gegen Unwohlsein, gegen Schmerzen. Stephan forderte uns heraus, genau dort hinzuschauen:

• Was genau macht es unangenehm?

• Warum entsteht Widerstand?

• Was passiert, wenn ich es einfach lasse, wie es ist?

Diese Haltung des Gleichmuts (Upekkhā) bedeutet nicht, alles gleichgültig hinzunehmen, sondern eine offene und durchlässige Präsenz zu entwickeln. Nicht festhalten, nicht ablehnen – sondern einfach da sein.

Vipassana bedeutet in diesem Kontext, sich nicht mit den Phänomenen zu verstricken, sondern sie als fließende Energien zu erfahren. 

Stephan sagte dazu:

“Wenn du lange genug hinsiehst, löst sich alles auf. Es kann sein, dass du dann alles nur mehr als sich ständig verändernde Energieströme wahrnimmst. 

Diese Erfahrung kann sehr kraftvoll sein, weil sie das übliche Gefühl von „Ich“ und „Mein Körper“ in Frage stellt.

Meditation ist nicht etwas Starres, sondern ein persönlicher Prozess

Stephan betonte, dass es nicht die „eine richtige“ und auch keine Meditation gibt, die für jeden/jede passt:

“Jede Meditation ist wie ein Kunstwerk – individuell, einzigartig, lebendig.”

Er ermutigte uns, nicht starr an einer Technik festzuhalten, sondern offen zu bleiben und die eigene Praxis organisch wachsen zu lassen.

Auch die Natur war eine wichtige Unterstützung in der Praxis. Beim Gehen in der Stille oder beim bloßen Wahrnehmen der Umgebung wurde deutlich, wie sehr unsere eigene Geschwindigkeit oft unnötig hoch ist. Die Natur bewegt sich langsam – und hilft uns dabei, das auch zu tun. “ ein Stein denkt nur sehr sehr sehr langsam…”

Zweimal bei diesem Retreat haben wir eine kurze Wanderung gemacht, um bei einem wunderschönen Platz den Sonnenuntergang in Stille gemeinsam zu erleben.

Vipassana als tiefere Dimension – über Körper und Gedanken hinaus

Vipassana ist keine bloße Entspannungsmethode, sondern ein Werkzeug, um die Realität zu erforschen. Mit der Zeit zeigt sich, dass alle Empfindungen vergänglich sind, dass alles, was wahrgenommen wird, sich verändert und auflöst.

Stephan sprach auch über den Todesprozess als eine Praxis des Loslassens:

“Jeder Moment ist eine Gelegenheit zu üben, loszulassen. Denn am Ende müssen wir sowieso alles loslassen.”

Gemeinschaft und gelebte Praxis

Neben der meditativen Arbeit wurde auch deutlich, wie verbunden und engagiert unsere Gruppe ist. Es war inspirierend zu erleben, wie viel Unterstützung, Austausch und Verlässlichkeit in unserer Gemeinschaft steckt. Viele neue Teilnehmende sagten, dass sie sich sofort wohl und willkommen fühlten – etwas, das nicht selbstverständlich ist.

Christian H.

Rückblick: „Feeding Your Family Demons“ mit Jetthe Fabioola (Jänner 2025)

Ein persönlicher Retreat-Rückblick von Christian H.

Am Wochenende vom 24. bis 26. Jänner 2025 hatte ich die Gelegenheit, am Seminar „Feeding Your Family Demons“ im inspirierenden Ambiente des Weltweitwandern-Basecamps in Graz teilzunehmen. Ich war gespannt, was mich erwartet, denn die FYD-Methode, die auf einer jahrhundertealten tibetisch-buddhistischen Praxis basiert und von Lama Tsültrim Allione weiterentwickelt wurde, klang vielversprechend. Sie verbindet buddhistische Weisheit mit modernen tiefenpsychologischen Ansätzen und bietet einen kreativen, mitfühlenden Weg, um mit belastenden Emotionen und familiären Prägungen zu arbeiten.

20 Gäste nahmen live im Büro am Seminar teil, und weitere acht Personen waren online dabei.

Ein besonderer Rahmen

Unser großer Raum im Weltweitwandern-Basecamp war, wie immer, ein wunderbarer Ort für diese intensive Arbeit. Die farbigen Gebetsfahnenlichter, das sanfte Licht und die einladende Atmosphäre schaffen einen wunderschönen Rahmen – fast wie ein tibetischer Tempel, in dem sich die Teilnehmenden schnell wohlfühlen. Viele haben mir auch dieses Mal rückgemeldet, wie wertvoll dieser Ort für sie ist – und ich kann das auch selbst nur bestätigen.

Das Retreat wurde liebevoll organisiert von Kirsten und Gabi, die einen schönen Rahmen geschaffen und sich auch um unser leibliches Wohl – gemeinsam mit unserer ganzen Gruppe – gekümmert haben. Gerade dieses liebevolle Miteinander in unserer Vereins-„Buddhismus im Alltag“-Gruppe ist es, was unsere Veranstaltungen und Retreats besonders macht. Man spürt die schon jahrelange Freundschaft unter uns, die Veranstaltungen werden so liebevoll getragen, dass dies auch für Gäste zu einem vertrauensvollen Miteinander beiträgt. Dafür bin ich sehr dankbar!

Ein intensiver Einstieg

Am Freitagabend um 18:30 Uhr ging es los, und ich war überrascht, wie direkt wir ins Thema einstiegen. Jetthe Fabioola, eine erfahrene Meditationslehrerin und Jung’sche Analytikerin aus Dänemark, führte uns mit bemerkenswerter Klarheit und Einfühlungsvermögen in die Methode ein. Obwohl das Seminar auf Englisch war, stellte dies für niemanden ein Problem dar – Jetthes klare und schnörkellose Art machte es leicht, alles zu verstehen.

Schon am ersten Abend haben wir uns auf unseren ersten „Dämon“ eingelassen. Das war eine besondere Erfahrung, denn die Methode ist alles andere als gewöhnlich. Statt Belastendes zu verdrängen, lud uns Jetthe dazu ein, es wahrzunehmen, anzunehmen und auf eine neue Weise damit umzugehen. Mir wurde bewusst, wie sehr wir alle von familiären Mustern geprägt sind, die sich oft über Generationen hinweg fortsetzen.

Der Prozess des Fütterns – meine Erfahrung

In der Meditation begann ich, mich meinem „Dämon“ zu nähern – zunächst nur als diffuses Gefühl, eine Unruhe, die sich schwer fassen ließ. Doch dann wurde es konkreter: Welche Form hat er? Welche Farbe? Wie groß ist er? Ich war erstaunt, wie lebendig das Bild vor meinen Augen wurde, und das Zeichnen mit Buntstiften half mir, noch tiefer in die Erfahrung einzutauchen.

Der spannendste Teil war der Perspektivwechsel. Ich setzte mich in die Rolle meines „Dämons“, sah mich selbst aus seinen Augen und fragte: Was brauche ich wirklich? Die Antwort war überraschend einfach: Aufmerksamkeit, Verständnis, vielleicht sogar Mitgefühl. Anstatt ihn zu bekämpfen, begann ich, ihn symbolisch zu füttern – mit dem, was er wirklich brauchte. Und langsam verwandelte sich die bedrohliche Gestalt in einen Unterstützer, eine Ressource für mich selbst.

Gemeinschaft und Austausch

Besonders berührend war für mich die Arbeit in kleinen Gruppen. In den Zweier- und Vierergruppen entstand ein offener Austausch, der mir gezeigt hat, wie wertvoll es ist, solche Prozesse gemeinsam zu durchleben. Es war erleichternd zu spüren, dass wir alle ähnliche Themen haben und in einer unterstützenden Gemeinschaft daran arbeiten können.

Die Kombination aus Meditation, kreativem Ausdruck und Reflexion hat das Wochenende für mich zu einer sehr tiefgehenden und wertvollen Erfahrung gemacht. Ich habe nicht nur neue Erkenntnisse über mich selbst gewonnen, sondern auch das Gefühl, dass ich mit den richtigen Werkzeugen nach Hause gehe, um weiter an diesen Themen zu arbeiten.

Meine Empfehlung

Ich kann dieses Seminar und auch unsere anderen Seminare und Retreats wirklich jedem empfehlen, der sich mit inneren Herausforderungen auseinandersetzen möchte. Es braucht manchmal ein bisschen Mut, sich den eigenen „Dämonen“ zu stellen, aber der Prozess ist ungemein bereichernd. Für Jänner 2026 planen wir Jetthe Fabioola wieder einzuladen.

Christian H.

Meine radikal ehrlichen Eindrücke zum Sommer-Retreat (September 2024)

Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie Stephan wissen konnte, dass ich für die Abschlussrunde einen kleinen Text vorbereitet hatte. Gut, dass die Übereifrigen wie ich noch vor dem Frühstück gebremst wurden, denn sonst sässen wir alle immer noch im Retreat.

Jetzt, auf der Heimreise im Zug gen Frankfurt gewinne ich langsam den nötigen Abstand, um meine Eindrücke nochmal aufs Papier zu bringen. Dabei versuche ich, so gut ich kann, die Tage im gegenwärtigen Moment nachzuspüren. Es wird, ja es muss, ein unvollständiger Versuch bleiben, denn die Woche war einfach zu intensiv, zu tiefschichtig für mich, als dass ich die Essenz davon verschriftlichen könnte. So beschränke ich mich auf ein paar Highlights, in der Hoffnung, du erkennst, dass wir auf dem gleichen Retreat waren.

Auch wenn ich mittlerweile genügend SoundCloud Tracks von Stephan gehört habe, sodass auch scheinbar tautologische Sätze wie „Der Gedanke, dass du Gewahr bist, ist auch nur ein Gedanke in deinem Gewahrsein“ keine inneren Widerstände mehr in mir hervorrufen, so hat sich dann doch der „innere Rebell“ in mir gemeldet.

Verzeih mir, wenn ich nicht mehr genau sagen kann, ob es am dritten oder vierten Abend war, denn mein Zeitempfinden hatte sich spätestens ab dem zweiten Tag in einen zeitlosen Flow aufgelöst – jedenfalls kam Stephan auf die geniale Idee auch das musische Element in die Meditationspraxis mit einzuführen. Eigentlich kommt mir das sehr entgegen, denn über die Musik komme ich schon immer sehr leicht mit meiner Gefühlsebenen in Kontakt.

An diesem Abend aber, als der Raum von den Schwingungen der Meditationstage aufgeladen war und sich eine unbeschreiblich heilige Stimmung ausgebreitet hatte, als in diese noble Ruhe dann die sphärischen Klänge hinzugefügt wurden ohne etwas von der Stille wegzunehmen, als dann die Gruppe in das Mantra „May all the beings in all the worlds be happy“ chorusgleich einstimmte, da war der Kipppunkt erreicht: die Gruppe fing vor meinem inneren Auge an mindestens einen Meter über dem Boden zu schweben und ein Heiligenschein erstrahlte über Stephans Haupt! Mein innerer Rebell hatte sich an dieser Stelle schon entschieden: Nur ein Stück von NIRVANA kann uns noch retten, und uns ins Diesseitige zurückholen!

Obwohl ich es kaum für möglich gehalten hätte, löste sich auch ohne NIRVANA mein innerer Rebell wieder auf und mit „Into my arms“ von Nick Cave lief mir dann wirklich die Gänsehaut über meinen wunderbar tai-chi und chi-gong gelockerten Rücken: einer der vielen berührenden Momente in diesem Retreat!

Ich gebe es an dieser Stelle ungern zu, aber ich bin eigentlich nur gekommen, um Stephans Weisheit in Präsenz zu erleben, du, mein lieber Mit-Meditierender, warst mir bei der Anmeldung ziemlich „Wurst“. Ich wusste ja, dass wir Schweigen werden, insofern stand der soziale Aspekt bei mir nicht im Vordergrund: Wie dumm von mir!

Die Verbindungen, die ihr untereinander schon pflegt und die Offenheit, die ihr mir entgegengebracht habt, habe ich mit jedem Tag mehr gespürt und das hat dann zunehmend auch meine Meditationen gestützt und genährt. Ganz besonders möchte ich mich bei dir für den ein oder anderen Blickkontakt bedanken, der mich Hoffen lässt, damit nicht nur meine eigene Realität gespiegelt zu haben.

So konnte ich die Müdigkeit des Alltags zusehends zurücklassen, mich in der Gruppe immer mehr entspannen, mich in der Natur des Schöcklblick und bei den Körperübungen mühelos vitalisieren und mit Stephans Anleitung tiefer und tiefer in die Meditation sinken. Diese wurde immer seltener von Gedanken besucht, die ich nicht als solche erkennen konnte. Die Biester sind wirklich „sticky“, aber, hey, nach 30 Stunden Meditation, entkommt da keiner mehr unerkannt. Spätestens beim Gong, hatte ich ihn gestellt!

Fast unmerklich konnte sich so ein tiefes Gefühl der anlasslosen Freude in mir entwickeln, das ich zum Ende der Woche immer deutlicher gespürt habe. In der Aufregung des Abschieds ist es wieder verloren gegangen, egal, der Tiger in mir muss sich nicht sorgen.

Apropos Tiger, kann der Tiger DANKE sagen?

Christian S.